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6 Impulse für ruhigere Nächte

6 Impulse für ruhigere Nächte

Viele Eltern kommen irgendwann an diesen Punkt: Die Nächte sind zäh, das Baby wacht ständig auf und der Gedanke „Das kann doch nicht normal sein“ wird immer lauter. Aber was ist eigentlich „normal“? Und ab wann lohnt es sich, genauer hinzuschauen? Tipps von Schlafcoachin Sarah Rühlmann.

Als Schlafcoachin arbeite ich mit Familien, deren Babys oder Kleinkinder über einen längeren Zeitraum sehr unruhig schlafen. Immer mit dem Ziel, eine individuell passende Lösung zu finden, ohne Druck, ohne stures Schema, aber mit Klarheit und Orientierung.

In diesem Artikel teile ich sechs Impulse, die euch helfen können, den Schlaf eures Kindes besser zu verstehen und erste Veränderungsschritte zu gehen.

1. Gibt es eine konstante Aufstehzeit?

Eine regelmäßige Aufwachzeit (± 15 Minuten) kann einen großen Unterschied machen. Sie hilft dem kindlichen Körper, einen stabilen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln – die sogenannte zirkadiane Rhythmik.

→ Ein stabiler Morgen = stabilere Nickerchen = bessere Nächte.

2. Wie lange dauert das Einschlafen?

Die sogenannte Schlaflatenz, also die Zeit zwischen Einschlafbeginn (zum Beispiel während des Stillens, Tragens oder Kuschelns) und tatsächlichem Einschlafen, ist ein guter Indikator für das richtige Maß an Wachzeit:

  • Schläft euer Kind sofort ein oder braucht maximal zehn Minuten? Dann ist es wahrscheinlich übermüdet.
  • Braucht es zwischen elf und zwanzig Minuten? Das ist ideal, der Schlafdruck ist gut.
  • Dauert es mehr als zwanzig Minuten? Dann ist euer Kind vermutlich nicht müde genug und ihr solltt die Wachzeit tagsüber anpassen.

3. Ist nächtlicher Hunger ein Thema?

Gerade bei älteren Babys oder Kleinkindern lohnt sich ein Blick auf die Ernährung am Tag:

  • Wird tagsüber ausreichend getrunken oder gegessen?
  • Gibt es regelmäßige Mahlzeiten?
  • Wird abends nochmal etwas Sättigendes angeboten (etwa Porridge mit Mandelmus)?
  • Wird nachts wirklich getrunken oder nur zur Beruhigung angedockt?

Die Reduktion nächtlicher Still- oder Flascheinheiten gelingt am besten, wenn tagsüber genügend Kalorien aufgenommen werden – und das ganz ohne Stress.

4. Passt die Einschlafbegleitung zum Temperament eures Kindes?

Nicht jedes Baby kommt mit einer stillen Einschlafroutine zurecht. Besonders aktive oder sensible Kinder brauchen oft 

  • mehr Bewegung am Abend (z. B. Krabbeln, Toben, Massagen),
  • eine klar strukturierte, aber flexible Routine oder
  • Reize, die helfen, zur Ruhe zu kommen (zum Beispiel Musik, pink noise, Körperkontakt).

Die Reihenfolge ist oft wichtiger als der Inhalt: Schlafanzug, Milch, Geschichte, Geräuschkulisse, liebevolle Begleitung.

5. Könnte die Bettzeit zu früh sein?

Viele Eltern orientieren sich an der klassischen „19 Uhr ins Bett“-Regel. Dabei brauchen Kinder je nach Alter verschieden viel Schlaf:

  • 0 - 6 Monate: ca. 9 - 10 Stunden Nachtschlaf (unterbrochen)
  • 6 - 12 Monate: ca. 10–11 Stunden Nachtschlaf (unterbrochen)

Wenn euer Baby um 18:30 Uhr einschläft und um 4:30 Uhr hellwach ist, könnte die Bettgehzeit zu früh sein.

Eine spätere Einschlafzeit, etwa zwischen 20 und 21 Uhr kann helfen, den Schlafdruck zu erhöhen und so für längere, ruhigere Nächte sorgen.

6. Wie begleitet ihr euer Baby nachts wieder in den Schlaf?

Viele Babys brauchen beim nächtlichen Aufwachen Unterstützung. Das ist völlig normal. Aber wenn die Nächte ausschließlich aus Tragen, Stillen oder Schaukeln bestehen, kann es sinnvoll sein, nach und nach neue Schlafassoziationen aufzubauen:

  • vom Stillen zum Kuscheln,
  • vom Tragen zur Hand auflegen oder
  • vom Arm ins Beistellbett .

Geht das Schritt für Schritt an, ohne Tränen und in eurem Tempo.

Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr als Familie an einem Punkt steht, an dem etwas ins Wanken gerät: Ihr seid  nicht allein. Und ihr müsst  es nicht allein geradebiegen. Ich begleite euch gern – mit echtem Wissen, klarer Haltung und viel Empathie.

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