Oh, jetzt gibt es was auf den Löffel! Aber was, wenn das Baby sich scheinbar nicht mit dem Brei anfreunden mag? Dafür kann es viele Erklärungen geben. Vielleicht ist der kleine Mensch einfach noch gar nicht so weit?
Achtet bei der Einführung der Beikost deshalb darauf, dass das Baby auch wirklich Interesse zeigt. Manchmal kann das Desinteresse am Brei, aber auch am Geschmack oder an der Konsistenz des Breis liegen.
Zögerlichkeit ist völlig normal
Am Anfang sind viele Kinder zögerlich und essen zunächst nur wenig. Nicht unbedingt, weil es ihnen nicht schmeckt. Vielmehr muss die Zunge ganz neue Bewegungen machen. Und so einen Löffel abzuschlecken ist gar nicht einfach! Probiert dann eventuell auch spezielle weiche Breilöffel.
Anlass zu Sorge ist ein vorsichtiger Breibeginn nicht, denn es heißt ganz klar: Beikost, nicht Breikost. Beikost heißt ja, dass die Hauptnahrungsquelle immer noch Muttermilch ist. Nach und nach werden dann Abend- und Morgenbrei als Milch-Getreidebrei und Obst-Getreide-Brei angeboten. Allmählich werden die Milchmahlzeiten verringert. Laut DGKJ sollte ab dem sechsten Monat Fleisch hinzukommen. Der Klassiker ist Gemüsebrei mit Fleisch.
Es muss nicht immer Brei sein
Natürlich ist das nicht ein in Stein gemeißeltes Gesetz, an das sich jede Familie halten muss. Denn ja, es gibt Kinder, die den Brei auch nicht essen, weil sie einfach keinen Brei mögen. Wenn fast jeder Brei abgelehnt wird, lohnt sich zunächst ein Blick in andere Kulturkreise. Lasst euch von der internationale Küche inspirieren. Denn in Japan etwa findet man es ganz komisch, dass deutsche Babys mit Kartoffeln, Gemüse und Fleisch starten.
Wie startet man in anderen Ländern?
Italien: Kekse werden in die Milch gerührt
Portugal: Beikoststart mit Suppen
Japan: Reisgetreide und Rettich, Misosuppe, Reisbrei mit Gemüse und Trockenfisch
Frankreich: Gläschen werden klassischerweise kalt serviert
Indien: Joghurt und Reis mit Kirchererbsen- oder Linsensauce
Fingerfood als Ergänzung zum klassischen Brei
Oft wird auch das sogenannte „Babyled Weaning“ (BLW) empfohlen – gemeint ist damit, dass das Kind sich selbst von der Muttermilch entwöhnt, das eigene Tempo bestimmt und selbst beim Essen zugreifen soll und keinen Brei bekommt. Statt Brei wird das Essen in Form von gekochten, weichen Möhrenstücken oder anderen leicht zu kauen und zu greifenden Häppchen angeboten. Kein Füttern, kein püriertes Gemüse, kein Löffeln. Essen mit den Fingern ausdrücklich erlaubt und erwünscht.
So gelingt Fingerfood
Die Gesellschaft der Kinder- und Jugendärzte (DGKJ) rät von einer ausschließlichen Ernährung eines Babys mit Fingerfood ab. Zum einen sei die Gefahr zu groß, dass sich ein Essanfänger verschlucken könnte.
Studien zeigen aber, dass das Risiko einer Erstickung eher nicht erhöht ist, wenn wichtige Regeln eingehalten werden:
- Das Baby greift sich eine Portionsgröße selbst.
- Jede Speise ist weich.
- Eltern lassen Kind und Essen nicht allein.
Auf die Nährstoffversrogung gucken
Ein anderes Problem ist die Versorgung: Nur gekochtes Gemüse in babyhandgerechter Größe ist nicht sehr viel. Und anders als beim Brei kann das Gemüse für die Hand auch nicht mit Öl angereichert werden, das die Verträglichkeit fördert. Also nur Brei? Nein. Besser ist es, Varianten auszuprobieren, etwa Suppen oder Reissuppen.
Fingerfood ist als Ergänzung zum Brei trotzdem wichtig. So kann euer Baby Lebensmitteln bewusst kennen- und schmecken lernen. Es kann Gemüse mit allen Sinnen erfassen, beschnuppern, riechen und schmecken. Für kleine Forschende ist das ein tolles Abenteuer und eine wichtige erste Erfahrung.
Was sich als Fingerfood eignet
Bietet eurem Kind, wenn es schon den Pinzettengriff beherrscht, also ruhig etwas Essbares zum Greifen an. Wichtig ist, dass es für kleine Menschen mit wenig Zähnen kaubar ist, als weichgekocht. Ein kleines Stück Apfel kann es noch nicht zu Brei kauen, das müsst ihr vorher weich dünsten!
Was sich zum Einstieg noch anbietet? Sehr weichgekochte Nudeln, gekochtes Gemüse wie Kartoffeln, Zucchini, Brokkoli oder Pastinaken, Brot (fein geschrotet, ohne Rinde) oder faserarmes gekochtes Fleisch, außerdem eine Banane oder ein Stück gedünstete Birne.
Achtet auf diese Regeln!
Wichtig: Lasst euer Kind bei den ersten Kauerfahrungen nie unbeaufsichtigt! Bietet außerdem nicht ständig einen Snack an, denn kleine Menschen haben noch ein gutes Sättigungsgefühl. Wer allerdings ständig knabbert, verliert es.
