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Dellwarzen: Hartnäckig, aber harmlos

Dellwarzen: Hartnäckig, aber harmlos

Plötzlich sind sie da: Kleine, glatte Knötchen auf der Haut eures Kindes. Manchmal nur ein paar, manchmal viele und immer mit dieser typischen kleinen, dunkleren Delle in der Mitte, woher sie ihren Namen haben: Dellwarzen. Sie sind harmlos, sollten aber trotzdem in Schach gehalten werden.

Was sind Dellwarzen?

Dellwarzen (Mollusca contagiosa) sind gutartige kleine Hautveränderungen, die durch ein Virus aus der Familie der Pockenviren entstehen. Die Warzen treten vor allem bei Kindern zwischen drei und zehn Jahren auf.

Typisch sind glatte, runde Knötchen mit einer kleinen Delle in der Mitte. Sie sind meist hautfarben oder leicht glänzend. Manchmal sind sie druckempfindlich und jucken. Kinder mit trockener Haut oder Neurodermitis sind häufiger betroffen.

Wie steckt sich mein Kind mit Dellwarzen an?

Das Virus verbreitet sich über direkten Hautkontakt, zum Beispiel beim Spielen oder über gemeinsam genutzte Dinge wie Handtücher, Waschlappen oder Kuscheltiere. Auch im Schwimmbad ist das Risiko größer, darum werden Dellwarzen manchmal auch „Schwimmbadwarzen“ genannt.

Wichtig: Solange die Warzen geschlossen sind, sind sie kaum ansteckend. Erst wenn sie aufgekratzt werden und Flüssigkeit austritt, kann sich das Virus weiter verbreiten.

Müssen wir uns bei Dellwarzen Sorgen machen?

Nein. Auch wenn sie unschön aussehen und manchmal lange bleiben, sind Dellwarzen völlig ungefährlich. Der Körper erkennt das Virus irgendwann und bekämpft es – das kann nach ein paar Wochen passieren, manchmal aber auch erst nach einem Jahr oder mehr.

Manche Kinder kratzen viel daran oder schämen sich, wenn die Warzen im Gesicht oder im Intimbereich sitzen. Und manchmal entzündet sich die Haut um die Warzen. Aber medizinisch gesehen sind Dellwarzen kein Grund zur Sorge.

Wann sollte unser Kind behandelt werden?

Viele Ärztinnen und Ärzte raten dazu, erstmal abzuwarten. Doch manchmal ist es sinnvoll, in die Praxis zu gehen, zum Beispiel wenn …

  • … euer Kind unter Juckreiz oder Schmerzen leidet.
  • … sich plötzlich viele neue Warzen bilden.
  • … die Warzen im Gesicht oder Intimbereich sitzen.
  • … euer Kind sich unwohl fühlt oder schämt.

Sprecht dann am besten in der Praxis über die möglichen Optionen.

Was hilft gegen Dellwarzen?

  • Abwarten: Oft verschwinden die Warzen ohne Behandlung. Regelmäßiges Eincremen mit rückfettenden Cremes stärkt die Haut und hilft, neue Warzen zu verhindern.
  • Tinkturen aus der Apotheke: Es gibt rezeptfreie Mittel, meist mit Kaliumhydroxid, die die Haut reizen und das Immunsystem aktivieren. Sie müssen täglich aufgetragen werden. Oft wird die Stelle dabei erstmal rot und entzündet, aber ist gewollt, um die Warze zu bekämpfen. Im besten Fall kann sie sich dann nach einiger Zeit einfach ablösen.
  • Vereisen: Mit flüssigem Stickstoff kann der Arzt oder die Ärztin einzelne Warzen vereisen. Das tut kurzzeitig manchmal ganz schön weh und ist nicht für jede Stelle geeignet, wird also nur in bestimmten Fällen gemacht.
  • Abtragen: Manche (Haut-)Ärztinnen und Ärzte entfernen einzelne Warzen vorsichtig, zum Beispiel mit einer kleinen Zange, meist unter lokaler Betäubung. Das macht man aber nur, wenn es wirklich nötig ist, weil dabei kleine Narben entstehen können.

Warum ist Hautpflege so wichtig bei Dellwarzen?

Trockene Haut macht es den Viren leichter, sich auszubreiten. Wenn ihr die Haut eures Kindes gut pflegt und regelmäßig eincremt, stärkt ihr die natürliche Schutzbarriere. Besonders wichtig ist das in den Kniekehlen, Achseln, Ellenbeugen und an den Flanken – also da, wo die Haut oft beansprucht wird.

Wenn ihr früh damit beginnt, könnt ihr oft verhindern, dass sich die Warzen weiter ausbreiten.

Was könnt ihr im Alltag tun, um die Ausbreitung zu verhindern?

Ein paar einfache Dinge helfen schon viel:

  • Deckt die Warzen mit einem Pflaster ab. Besonders, wenn euer Kind oft daran kratzt.
  • Schneidet regelmäßig die Fingernägel und schaut, dass nicht gekratzt wird.
  • Falls nötig: leichte Baumwollhandschuhe für die Nacht.
  • Jedes Familienmitglied sollte eigene Handtücher und Waschlappen benutzen, um eine Übertragung zu verhindern.
  • Wechselt Schlafanzug und Unterwäsche täglich – vor allem, wenn die Warzen offen sind.
  • Reinigt die betroffenen Hautstellen morgens vorsichtig mit Wasser und pflegt sie bei Bedarf mit Zinksalbe.
  • Euer Kind sollte lieber nicht mit seinen Geschwistern baden, wenn es Warzen hat.

Darf unser Kind mit Dellwarzen in die Kita oder Schule?

Ja, in den meisten Fällen dürfen Kinder ganz normal in die Kita oder Schule gehen. Wichtig ist nur, dass die Warzen nicht offen sind und gut abgedeckt werden. Manchmal dürfen infizierte Kinder nicht am Schwimm- oder Sportunterricht teilnehmen.

Ihr müsst die Einrichtung nicht offiziell informieren, aber es ist sinnvoll, das Thema kurz anzusprechen. So könnt ihr gemeinsam sehen, wie ihr im Alltag gut damit umgeht.

Wie lange dauert es, bis die Warzen verschwinden?

Das ist unterschiedlich. Manche Warzen sind nach wenigen Wochen weg, andere brauchen Monate oder sogar bis zu zwei Jahre. Das hängt vom Immunsystem eures Kindes ab – und davon, wie gut es gelingt, Kratzen und Reibung zu vermeiden.

Wenn die letzte Warze schließlich weg ist, bleiben in der Regel keine Spuren zurück.

Was könnt ihr aus all dem mitnehmen?

Dellwarzen sind ungefährlich, aber oft hartnäckig. Sie brauchen Geduld – von euch und eurem Kind. Und genau das ist auch die beste Medizin: Ruhe, Pflege, ein bisschen Schutz vor dem Kratzen und das Wissen, dass es irgendwann vorbei ist.

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