Eltern- wohlbefinden 6 Min. Lesezeit

Kita: Der erste Tag in der Kita

Kita: Der erste Tag in der Kita

Hurra, ein Kitakind – damit ist oft schon ein Kind gemeint, das die Krippe besucht. Eine Kindertagesstätte, kurz Kita, umfasst auch oft Kindergarten und Kinderkrippe. Für die meisten Kinder ist die Kita ein Ort, wo sie gemeinsam mit anderen lernen, spielen und wachsen. Die Kita ist der Ort, der für Kinder die erste Bildungseinrichtung ist. Aber die spielen da doch nur? Ja und wie! Denn spielen ist für Kinder das Mittel, mit dem sie lernen. In der Kita lernen sie neue Erwachsene und viele Gleichaltrige kennen, die Kita ist für Kinder mehr als nur Betreuung, wenn die Eltern arbeiten, die Kita ist der Ort, an dem es ganz neue Erfahrungen macht, erste Freundschaften schließt und ohne Mama und Papa Abenteuer erlebt. Doch ganz am Anfang der Kitazeit steht erst einmal das Ankommen. Und es ist natürlich unterschiedlich, ob ein einjähriges Kind oder ein Dreijähriges hier den neuen Lebensabschnitt beginnt.

Eben nicht kinderleicht

Viele Kitas bieten Tage der offenen Tür oder einen ersten Schnupperbesuch noch vor dem Kitastart an. Ihr könnt auch schon vorher den Weg gemeinsam gehen, euch das Haus von außen angucken, die anderen Kinder beim Spielen sehen. Einige Kitas haben kleine Filme auf ihren Webseiten, die könnt ihr gemeinsam gucken und erklären: “Da hängen die Kinder ihre Jacken hin - guck mal es gibt da einen blauen Elefanten an der Wand.” So kann das Kind schon erste Eindrücke sammeln. Auch mit Bilderbüchern könnt ihr euer Kleines vorbereiten. Vor dem ersten Tag solltet ihr mit den Kitaleitung gesprochen haben und genau wissen, was ihr mitnehmen sollt und wie die ersten Wochen verlaufen. Denn eines der Elternteile ist ja am Anfang dabei.

Eingewöhnungsphase

In der Eingewöhnungsphase bist du als Mutter oder Vater anfangs im Gruppenraum anwesend und ziehst dich nach und nach zurück. Es geht nicht darum, sich von heute auf morgen komplett zu entfernen, sondern darum, diesen Prozess schrittweise mit Rücksicht auf das Wohlbefindens deines Kindes ablaufen zu lassen. Wichtige Alltagssituationen wie das gemeinsame Mittagessen, des Windelwechsels und der Mittagsschlaf werden erst eingeführt, wenn dein Kind sich bei seiner Erzieherin oder seinem Erzieher sicher fühlt. Ist dein Kind drei Jahre alt, war schon in einer Krippe oder Betreuung, kann es sein, dass es dir schnell sagt, es möchte allein in der neuen Gruppe bleiben. Dann ist eine längere Eingewöhnungsphase nicht unbedingt nötig. Eine gute Kita wird die Eingewöhnung deinem Kind und seinem individuellen Tempo anpassen. Erkundigt euch vorher, wie kindgerecht die Einstellung der Kita ist. Wichtig ist eine liebevolle, kindorientierte Eingewöhnung. Es geht um das Loslassen und das Ankommen.

Wie wird der Start leichter?

Mit dem Kitastart kommt ein neuer Tagesablauf auf euch zu. Viele Kitas haben eine recht feste Bringzeit und auch Arbeitgeber möchten, dass Eltern pünktlich sind. Am besten stellt ihr eure Tagesanfang schon vorher um, probiert das zeitige Aufstehen, überlegt, wie der Start in den Tag für alle in der Familie effizient und ohne Stress laufen kann. Übt sanftes Wecken. Das funktioniert so: Du öffnest am Schlafplatz des Kindes schon einmal Vorhänge oder Jalousien. Gib deinem Schatz Zeit, um wach zu werden, vielleicht hilft auch ein wenig Musik – auf jeden Fall sind ein freundliches “Guten Morgen” und ein Kuss ein schönerer Start als: “Los, hoch, wir müssen los!” Waschen, Zähne putzen, Kleidung aussuchen … alles Zeitfresser. Darum am besten das Outfit schon am Abend gemeinsam aus dem Schrank nehmen und zurechtlegen. Gleiches gilt für den Kitarucksack. Wie wäre es, wie im Hotel den Frühstückstisch schon am Abend eindecken? Spart wertvolle Minuten am Morgen. Vielleicht stellst du dir selbst deinen Wecker so, dass du einfach Zeit für eine Tasse Kaffee ganz für dich allein hast vor dem Wecken? Du kannst dich in dieser kleinen Extrazeit in Ruhe ohne Störung fertigmachen. So fängt für dich der Tag etwas entspannter an – ihr Eltern könnt euch mit der “Frühschicht” am besten abwechseln. Oder das Elternteil, das zuerst zur Arbeit muss oder leichter aus den Federn kommt, steht immer zuerst auf.

Übt feste Abläufe am Morgen ein

Der Vorteil eines festen morgendlichen Rituals ist: Je öfter und geübter, desto weniger Diskussion oder Unklarheit gibt es, weil alle genau wissen, wann sie wo sein sollten. Kinder entwickeln so auch ein gutes Zeitgefühl. Manche Kinder ziehen sich allein an und wollen das auch unbedingt selbst machen, andere sind morgens noch so müde, dass es einfach schneller und entspannter geht, wenn man sie anzieht. Es bricht uns kein Zacken aus der Krone oder unsere Kinder machen keinen Rückschritt, nur weil wir morgens erkennen, dass unser Kind noch Unterstützung braucht.

Für alle ist alles noch so neu

Wenn er dann da ist, der große Tag, ist er oft gar nicht sooo spektakulär. Denn am ersten Tag bleibt ihr meistens noch nicht lange. Ganz langsam soll dein Schatz ja ankommen, sich immer sicher fühlen. Auch für euch Eltern ist das ein Ablösungsprozess. Wie fühlt ihr euch? Merkt ihr, dass ihr euch schwer tut mit den vielen Eindrücken, den Gerüchen, den vielen Geräuschen? Wie fühlt sich da erst so ein kleiner Mensch? Euer Kita-Neuling wird die eigenen Eindrücke noch nicht in Worte fassen können und ist sicher in den ersten Tagen ein wenig “von der Rolle”. Einige Kleine finden sich schnell ein, mögen das Neue und das Abenteuer, andere brauchen länger, um warm zu werden und sich auf diesen neuen Ort einzulassen. Genauso geht es ja großen Menschen, wenn sie plötzlich an einem neuen Ort sind. Erinnerst du dich noch an deinen ersten Schultag? An dem ersten Arbeitstag in einem neuen Betrieb? Ankommen dauert. Und loslassen auch, denn das müssen auch neue Kita-Eltern lernen.

Praktische Tipps für einen guten Start in die Kita

  • Sanfte Vorbereitung: Gewöhne dein Kind schrittweise an die Abwesenheit von Zuhause durch regelmäßige Treffen mit Freunden oder Verwandten.
  • Positives Kennenlernen: Besuche mit deinem Kind vorab die Kita und nutze Schnuppertage, um Angst oder Unsicherheit abzubauen. Übt den Weg, so dass vieles schon vertraut ist.
  • Stressfreier Start: Übt gemeinsam eine stressfreie Morgenroutine schon vor dem ersten Kitatag.
  • In Ruhe ankommen: Lieber früh dasein, so kann dein Kind ohne Zeitdruck in den Tag starten.
  • Feste Ritual: Führt ein festes Abschiedsritual ein, das deinem Kind Sicherheit und Vorhersehbarkeit gibt.
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