Erziehung & Entwicklung 2 Min. Lesezeit

Konsequenzen statt Strafen

Konsequenzen statt Strafen

Stellt euch vor, ihr seid bei der Arbeit und eure Chefin sagt: „Dieses Projekt muss heute fertig werden, sonst dürfen Sie übermorgen mit Ihrer Freundinnen nicht ins Kino!“ Klingt fies – und auch absurd, oder? Sagt sie dagegen: „Das Projekt muss heute fertig werden, deshalb müssen Sie heute bitte länger bleiben“ ist das schon okay – und verständlich, weil die Bitte mit einer unmittelbaren Konsequenz verbunden ist. Genau so sollten wir es mit unseren Kindern halten: „Wenn du dir beim Anziehen so viel Zeit lässt, können wir uns nichts mehr beim Bäcker holen, weil er dann schon zu hat“ ist eine logische Konsequenz – und so viel besser und wirkungsvoller als eine unlogischen Strafe. Denn würden wir uns dagegen zu einem „Wenn du dir beim Anziehen so viel Zeit lässt, treffen wir Lucie heute nachmittag nicht“ hinreißen, wäre nur der Frust groß und das entsprechend tobende Kind vermutlich immer noch nicht angezogen.

Sicher, das erfordert etwas mehr Nachdenken und kann gerade in Stresssituationen eine zusätzliche Herausforderung sein. Aber es lässt sich üben, ihr werdet also im Lauf der Zeit immer geschickter darin, wirklich logische Konsequenzen zu benennen. Vor allem aber ist es so viel besser für die Beziehung zu eurem Kind! Denn so zeigt ihr euch ihm gegenüber kindlich zugewandt. Und das stärkt das Vertrauen in euch. 

Angedrohte und willkürliche Strafen dagegen sind nicht nur unsinnig, sondern eine reine Machtdemonstration eurerseits. Was euer Kind daraus lernt? Nichts, außer eventuell, sich Druck anderer Menschen zu beugen. Klüger, kompetenter, reifer und stärker wird es dadurch nicht. Vermutlich ist das nicht der Ansatz, den ihr euch für euer Kind wünscht. Soll es nicht jetzt und später möglichst selbstbestimmt, selbstbewusst und glücklich durchs Leben gehen?

Fällt es euch schwer, vom unlogischen Drohen wegzukommen, könnt ihr euchin Ruhe Folgendes überlegt: Warum sage ich sowas? Bin ich derzeit vielleicht gestresst und habe zu viel auf dem Zettel? Wie kann ich dann mehr Entspannung ins Leben bringen? Oder habe ich es als Kind einfach nicht anders erlebt – wie die meisten Eltern der heutigen Generation? Macht euch dann mit einer tollen, praktikablen Alternative zum Drohen vertraut: der positiven Verstärkung, von der ihr im nächsten Abschnitt mehr erfahrt.

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