Erziehung & Entwicklung 4 Min. Lesezeit

Schnuller: Abschied vom Schnuller

Schnuller: Abschied vom Schnuller

Schnuller gehören zu den sogenannten Übergangsobjekten, die Sicherheit und Trost geben können. Etwa ab dem sechsten Monat kann das Kind gezielt greifen und sich den Schnuller selbst suchen und wieder in den Mund stecken. Ein Schnuller sollte wie ein Medikament eingesetzt werden, wenn das Kleine weint, erstmal andere Beruhigungsalternativen anbieten. So wenige wie möglich und so viel wie nötig. Schiefe Zähne und vor allem Gaumenverformungen kann man durch schmale Schnuller verhindern. Wichtig hier: das Kind wächst weiter, der Schnuller bleibt der Kleinste. Bleibt der Schnuller aber klein, wird das ausfüllende orale Erlebnis kleiner, der Schnuller langweiliger.

Schnullerabschied - Wege und Zeitpunkt
Wenn es um den Spracherwerb geht, spielt auch der Schnuller eine wichtige Rolle. Wer spricht, sollte den Schnuller aus dem Mund nehmen! Sonst wird die Aussprache nuschelig und aus dem “Nordpol” ein „Njordpol“. Auch für die Kiefer- und Zahnentwicklung ist es richtig und wichtig, dass der Schnuller tagsüber ab dem 2. Lebensjahr so wenig wie möglich genutzt werden sollte.

Wann genau ist der Abschied für den Schnuller gekommen?

Das entscheidet ihr Eltern. Jede Trennung benötigt Zeit, Ruhe und viel Zuwendung. Wählt daher einen Zeitpunkt, der passt. Und zwar dann, wenn das Kind gerade nicht eine Extraportion Trost braucht, etwa direkt zum Kitastart oder wenn ein Geschwisterchen kommt. Ideal sind ruhige Phasen oder auch der Urlaub. Ein Ortswechsel ist manchmal eine gute Gelegenheit für eine Umstellung, denn im großen Bett im Ferienhaus ist ja eh alles anders - vielleicht passt dann ein neues Einschlafritual? Manchmal passiert so ein schnelles Schuller-Weg tatsächlich von allein. Ok, wenn das vom Kind aus kommt. Eben zum Beispiel bei einem Ortswechsel. Dann aber auch dabei bleiben. Etwas anderes ist es, wenn Eltern glauben, den Schnuller rasch entwöhnen zu wollen. Denn für Kinder ist der Schnuller wichtig und ist der geliebte Tröster ungewollt weg, kann das sehr kummervoll sein.

Rabiate Abgewöhungstipps.

Tricks wie Löcher in den Schnuller stechen, damit er sich nicht mehr gut anfühlt oder gar ihn mit Senf oder anderen nicht gut schmeckenden Dingen zu bestreichen - das ist schon beim Lesen gruselig. Auch “Schnullerbeerdigungen” können Kinder verstören, denn ein so guter Tröster ist einfach in der Erde? Eigentlich lieben Kinder magische Wesen, wenn so eine Schnullerfee über Nacht kommt und den Schnulli (und alle seine Kumpels, die Ersatzschnuller) stiehlt, dann macht das Angst. Und was sind bessere Alternativen?

Der Schnuller schleicht sich aus dem Kinderleben

Wichtig ist, dass ihr bei der Mission Schnullerabschied als Eltern an einem Strang zieht. Ganz klar wird euer Kind den gewohnten Tröster vermissen. Es gibt viele Ideen für den Abschied, aus Sicht des Kinderarztes und Vaters die Empfehlung: Langsam immer weniger Schnuller. Zunächst Zeit und die Einsatzorte des Schnullers so zu reduzieren, dass das Kind ihn immer weniger braucht. Bei Kleinkindern könnt ihr einen Schnullerschlafsack basteln, der im Bett bleibt, dort darf das Kind den Schnuller morgens nach dem Aufstehen reinlegen, damit er sich ausruht.

Schnullerbäume

Tagsüber solltet ihr am besten andere Beruhigungsrituale finden. Vielleicht hilft auch das Drücken von Teddy sehr gut bei Kummer oder ein Trostlied? Kennt euer Kind Alternativen, fällt der eigentliche Abschied leichter. Je mehr das Kind ohne den Schnuller auskommt, desto eher wird es sich dann auch in der Nacht sich trennen können. Den endgültigen Abschied könnt ihr mit einer Zeremonie feiern. Dann, wenn das Kind wirklich bereit ist! Vielleicht kommt die Schnullerfee, nimmt einen Schnuller mit und lässt dafür ein Geschenk da? Dein Kind kann vorher eine Postkarte an die Fee schreiben und einen Wunsch äußern. In vielen Orten gibt es auch spezielle Schnullerbäume, an die die geliebten Nuckel gehangen werden. Auch Bilderbücher zum Schnullerabschied begleiten oft sehr gut und helfen deinem Kind dabei, die neue Situation gut zu bewältigen.

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