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Sonne & Hitze: Sieben Tipps für die nächste Hitzewelle

Sonne & Hitze: Sieben Tipps für die nächste Hitzewelle

Juchhu, Sommer: ein Eis in der Hand, die Füße im Wasser, endlose Draußentage an der lauen Luft! Nur allzu heiß soll es, bitte schön, dann lieber doch nicht sein. Aber es hilft nichts: Die Zahl der Hitzetage mit über 30 Grad hat sich seit den 1950er-Jahren etwa verdreifacht. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Temperatur künftig noch häufiger über unser Wohlfühlniveau klettert und uns schwer zu schaffen macht. Vor allem kleine Kinder, Ältere und Vorerkrankte sind gefährdet. Auch starke Sonneneinstrahlung birgt Risiken für die Gesundheit.

Cool bleiben: unser natürliches Schutzprogramm

Wie heiß es um uns herum auch ist: Der Körper ist darauf programmiert, seine Kerntemperatur stabil zu halten. Deshalb pumpt das Herz bei Hitze mehr Blut als sonst vom Körperinneren nach außen, so dass wir über die Haut Wärme loswerden. Dabei werden die Finger dicker als sonst, die Adern schwellen sichtbar an. Reicht das nicht, beginnen wir zu schwitzen. Der verdunstende Schweiß kühlt die Haut.

Darum überhitzen kleine Kinder leicht

Bei Kindern unter vier Jahren funktioniert die thermische Selbststeuerung bei Hitze noch nicht effektiv. Sie brauchen deshalb besonders viel Schutz, damit sie nicht überhitzen. Dazu kommt, dass sie sich Gefahren nicht aus eigener Kraft entziehen können: in den Schatten gehen, aus dem erhitzten Auto aussteigen, ein Glas mit Wasser füllen und trinken. Ohne uns Erwachsene sind sie der Hitze ausgeliefert.

Das könnt Ihr tun, damit eure Kids gut durch heiße Zeiten kommen:

Zehn Tipps bei Hitze und starker UV-Strahlung

1. Tagesrhythmus anpassen

Um die Mittagszeit drinnen bleiben, ab 15 Uhr wieder raus: Während einer Hitzephase reicht die alte Regel nicht aus! Schließlich wird’s bis zum späten Nachmittag noch heißer. Wer kann, geht schon um 6 oder 7 Uhr früh mit den Kids raus auf den Spielplatz oder in den Park und bleibt anschließend mit ihnen drinnen, bis es abends spürbar kühler wird. Wer tagsüber raus will oder Erledigungen machen muss, kann unterwegs Kühlpausen einlegen: in einem schattigen Park, in Kirchen, klimatisierten Kaufhäusern und öffentlichen Gebäuden.

2. Kühle Wohnung

Auch drinnen kann es drückend heiß werden, und kaum jemand hat eine Klimaanlage zu Hause. Damit die Zimmertemperatur erträglich bleibt, lasst ihr am besten ausgiebig nachts und frühmorgens sehr viel frische Luft in die Wohnung (querlüften!), schließt vor der Tageshitze alle Fenster und dunkelt die Räume mit Fensterläden, Jalousien und Vorhängen ab. Gardinen aus modernen Thermostoffen schirmen im Sommer effektiv die Hitze ab, im Winter die Kälte. Ventilatoren halten die Luft in Bewegung, das kühlt die Haut. Extra-Tipp: Fuß- und Armbäder tun bei großer Wärme gut. Für kleine Kinder sollte das Wasser nicht zu kalt sein.

3. Viel Trinken, aber ohne Stress

Ausreichend zu trinken jetzt wichtig, damit der Kreislauf nicht schlapp macht. Ein voll gestilltes Baby braucht auch an heißen Tagen nur Muttermilch. Ihr müsst also nicht mehr tun, als es anzulegen, wann immer es an die Brust will.

Abgestillten Babys und Kleinkindern – und auch euren Großen! – bietet ihr am besten stündlich Wasser zu trinken an, oder alternativ milde, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetee. Eiskalt sollten sie auf keinen Fall sein. Macht euch keinen Stress, wenn sie mal nichts wollen: Auch Kinder bestimmen ihre Trinkmenge selbst. Solange sie gut drauf sind, die Schleimhäute feucht bleiben und der Stuhl nicht trocken wird, ist alles okay.

4. Essen, das bei Hitze guttut

Mahlzeiten helfen, den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Die Stars an heißen Tagen sind Gemüse und Obst: Besonders viel Wasser enthalten etwa Salatgurken, Wassermelone, Erdbeeren, Eisbergsalat und Zucchini. Auch viele andere Sorten kommen auf 80 Prozent Wasser und mehr. Wohltuend sind jetzt leichte Suppen – warme oder kühle.

Weniger gut verträglich bei Hitze sind eiweißreiche Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Nüsse). Der Grund: Proteine sind schwer verdaulich und erhöhen die Körperwärme.

5. „Meiden, kleiden, cremen“: Sonnenschutz

Sonnenbrand im Kleinkindalter ist die häufigste Ursache für Hautkrebs im späteren Leben. Kinderhaut ist anfälliger für UV-Schäden, weil sie heller und weniger verhornt ist und jede Hautschicht dünner. Schützt eure Kinder nach der Dermatologen-Regel „(Sonne) Meiden, kleiden, cremen“ – in dieser Reihenfolge! Das heißt: raus aus der prallen Sonne und die Haut mit luftigen, aber dicht gewebten, langärmeligen Baumwollsachen bedecken. Oder mit UV-Schutz-Kleidung, die den UV-Index-Standard 801 erfüllt: Sie lässt auch in nassem und gedehntem Zustand kaum Strahlung durch.

Gesicht, Hals, Ohren, Nacken, Hände, Füße – alles, was unbedeckt ist – cremt ihr gleich morgens gründlich mit Sonnenschutz ein (LSF 50). Lotion oder Creme ist besser als Spray: Beim Sprühen kommt leicht viel zu wenig auf die Haut. Außerdem ist es schnell passiert, dass man eine ganze Wolke fein zerstäubter Tröpfchen Sonnenschutz einatmet …

6. Bei Sonnenstich und Hitzschlag

Starke Sonneneinstrahlung kann einen Sonnenstich oder einen lebensbedrohlichen Hitzschlag auslösen. Nehmt beides niemals auf die leichte Schulter!

Bei einem Sonnenstich reizt die Strahlung die Hirnhäute. Dann kriegt das Kind einen hochroten, heißen Kopf, die Körperhaut ist kühl, die Temperatur normal. Es kann zu Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Unwohlsein kommen. Oft zeigen sich die Symptome verzögert, wenn man nach dem Strandbesuch schon wieder zu Hause ist. So oder so: Das Kind muss sofort raus aus der Sonne. Gebt ihm viel zu trinken und kühlt die Stirn. 

Ein Hitzschlag betrifft den gesamten Körper. Häufig kommt es zu hohem Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen. Manche Kinder fiebern nicht, werden aber apathisch. Es braucht eine Infusion, um den Kreislauf zu stabilisieren.

Sonnenstich und Hitzschlag vorbeugen: Meidet direkte Sonne, bedeckt die Kinderköpfe (am besten mit einem Sonnenhut, der auch Ohren und Nacken bedeckt) und lasst die Kinder viel trinken.

7. Kein Mode-Gimmick: Kindersonnenbrillen

Was man leicht vergisst: Eine Sonnenbrille brauchen schon Babys und Kleinkinder. Ihre Pupillen sind größer und ihre Augenlinsen viel heller als die von Erwachsenen. Dadurch sind die Augen durchlässiger für UV-Licht, und die empfindliche Netzhaut kann dauerhaft geschädigt werden. Die Sonnenbrille muss zertifizierten UV-Schutz bieten und die Augen vollständig bedecken, auch an den Seiten. Tipp: Fragt nach einer Sportbrille für die Kleinen.

8. Allergisch auf die Sonne?

Die UV-Strahlung der Sonne kann allergieähnliche Symptome auslösen: rote Flecken, Quaddeln, Bläschen und Jucken. Bei kleinen Kindern steckt dahinter häufig eine Polymorphe Lichtdermatose (PLD): Dazu kann es kommen, wenn die Haut ungewohnt viel Sonnenlicht abbekommen hat, etwa im Frühjahr und Frühsommer. Die Hautreizung tritt ein paar Stunden oder Tage verzögert auf. Damit sie abklingt, muss das Kind raus aus der Sonne. Gegen das Jucken hilft Kühlen, zum Beispiel mit angefeuchteten Tüchern. Gute Aussichten: Die Haut gewöhnt sich mit der Zeit an die UV-Strahlung und verträgt sie schließlich auch. Es gibt aber noch eine Reihe anderer sonnenbedingter Hautprobleme. Lasst von eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt abklären, um was es sich handeln und was ihr tun könnt, damit es eurem Kind schnell besser geht.

9. Sirr, sirr, sirr: Die Mücken sind da

Nach vielen Regenwochen in diesem Jahr sind in manchen Regionen Massen von Mücken unterwegs. Bei Kindern kommt es nach einem Stich oft zu einer sehr starken Schwellung an der Stelle und heftigem Juckreiz. Ausgelöst werden die Symptome durch Histamin, einen Gewebsbotenstoff. Kühlt die Stichstelle sofort, denn damit verengen sich die kleinen Blutgefäße, und das Histamin kann sich nicht weiter ausbreiten. Auch eine antiallergische Salbe hilft gegen das Jucken, bei schlimmen Beschwerden kommt eine Antihistaminika-Tablette infrage. Sogenannte Hitzestifte oder Stichheiler sind dagegen auf keinen Fall für Kinder geeignet. Die Anwendung mit Hitze tut nicht nur weh, sie kann in der sehr empfindlichen Haut auch zu tiefen Verbrennungen führen.

Beugt Stichen lieber vor. Gute Mückenschutzprodukte gibt es für Kinder ab zwei Jahren. Sie halten die Plagegeister bis zu acht Stunden lang fern.

Und wenn wir beides gleichzeitig brauchen, Schutz vor Sonne und vor Mücken? Tipp: erst die Sonnencreme, dann den Mückenschutz obendrauf auftragen. So wirken beide.

10. Bienen- oder Wespenstich im Mund: ein Notfall!

Bei einem Stich von Biene oder Wespe im Mundraum müsste ihr schnell handeln. Hat das Insekt hinten im Rachen zugestochen, droht Erstickungsgefahr! Kühlt sofort von innen: mit einem Wassereis oder Eiswürfel, den das Kind lutscht, und ruft einen Notarztwagen. Könnt ihr sehen, dass der Stich in der Zungenspitze ist, ist das Risiko nicht ganz so groß. Dann kann langes Kühlen mit Eis schon reichen. Wenn Ihr nicht sicher seid: Ruft im Zweifelsfall ebenfalls den Notarzt.

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