Themenwelt 11 Min. Lesezeit Stand: Oktober 2026

Fieber bei Kindern: Ab wann, was tun und wann zum Arzt

Fieber ist einer der häufigsten Gründe, warum Eltern nachts unsicher werden. Hier findest du die wichtigsten Zahlen und Fakten zu Fieber bei Kindern, geordnet nach der aktuellen deutschen S3-Leitlinie.

Kurz erklärt

Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Abwehrreaktion des Körpers. Nach der aktuellen deutschen S3-Leitlinie gilt bei Kindern eine Körpertemperatur ab 38,5 °C als Fieber, bei Säuglingen unter 3 Monaten schon ab 38,0 °C rektal gemessen. Wie es deinem Kind insgesamt geht, ist wichtiger als die Zahl auf dem Thermometer.

  • Baby unter 3 Monaten mit Fieber (ab 38,0 °C im Po gemessen): immer direkt zum Arzt, nicht abwarten
  • Fiebersenken ist laut Leitlinie keine Frage der Gradzahl, sondern der Beschwerden
  • Fiebersenkende Mittel verhindern keinen Fieberkrampf
  • Die Messung in der Achsel gilt in keinem Alter als verlässlich

Wichtig: Diese Seite ersetzt keinen Arztbesuch. Der Gang zum Kinder- und Jugendarzt ist immer die bessere Entscheidung, wenn du unsicher bist, Warnzeichen siehst oder dir Sorgen machst.

Zahlen und Fakten

Quellen am Ende der Seite.

  • 38,5 °C

    Ab dieser Temperatur spricht die deutsche S3-Leitlinie bei Kindern von Fieber.

  • 38,0 °C

    Bei Säuglingen unter 3 Monaten gilt schon dieser Wert, rektal gemessen, als abklärungsbedürftig.

  • 20 bis 40 %

    der Kinderarztbesuche hängen mit Fieber zusammen (Daten aus England und den Niederlanden).

  • 4,7 %

    der 0- bis 17-Jährigen in Deutschland hatten laut Elternangabe schon einmal einen Fieberkrampf.

  • 42 %

    der Fieberfälle erkennt die Messung in der Achsel, selbst bei geübten Anwendern.

  • 1 Tag

    fit und fieberfrei, bevor dein Kind wieder in Kita oder Schule geht (Expertenkonsens der Leitlinie).

Ab wann hat ein Kind Fieber?

Nach der aktuellen deutschen S3-Leitlinie gilt bei Kindern und Jugendlichen eine Körpertemperatur ab 38,5 °C als Fieber. Bei Säuglingen unter 3 Monaten reicht schon ein rektal gemessener Wert ab 38,0 °C, damit sie ärztlich untersucht werden.

AlterMessortAb diesem WertWas das bedeutet
Unter 3 Monaterektal (im Po)38,0 °CÄrztlich untersuchen lassen
Ab 3 Monaten bis Jugendalterrektal oder im Ohr38,5 °CFieber. Allgemeinzustand und Warnzeichen entscheiden, wie es weitergeht

Im Netz findest du teils niedrigere Grenzen. Angloamerikanische Leitlinien arbeiten überwiegend mit 38,0 °C, die deutsche Leitlinie folgt der hiesigen Praxis und setzt die Grenze bei 38,5 °C. Das Thermometer liefert also nur einen Baustein. Wichtiger ist, wie es deinem Kind insgesamt geht.

Fieber ist ein Symptom: Der Körper erhöht seine Temperatur, um Erreger abzuwehren. Meist stecken harmlose Virusinfekte dahinter. Laut IQWiG hat nur etwa jedes hundertste fiebernde Kind eine ernste Erkrankung, die ärztlich behandelt werden muss.

Wie misst du Fieber richtig?

Bei Säuglingen misst du rektal mit einem Digitalthermometer. Ab etwa einem Jahr ist ein Infrarot-Ohrthermometer meist ausreichend genau. Die Messung in der Achsel hält die Leitlinie in keinem Alter für verlässlich.

MessortEinschätzung der LeitlinieGenauigkeit
Rektal (im Po)Standard bei Neugeborenen und SäuglingenVergleichswert für alle anderen Messorte
Ohr (Infrarot)Ab 1 Jahr meist ausreichend genauErkennt etwa 77 von 100 Fieberfällen, bei Säuglingen nur 70 bis 77. Fehlalarme sind selten
Stirn oder SchläfeUngenauer als Ohr oder rektal, kann erwogen werdenNur als Anhaltspunkt
AchselIn keiner Altersklasse verlässlichIm Mittel 0,67 bis 0,85 °C zu niedrig, erkennt nur 42 von 100 Fieberfällen
MundFehleranfällig, nur für JugendlicheAbhängig von der richtigen Anwendung
Hand auf die StirnErster Hinweis, aber kein Ersatz fürs ThermometerErkennt rund 88 von 100 Fieberfällen, meldet aber bei etwa 45 von 100 Kindern ohne Fieber fälschlich Fieber

Wenn du bei einem Kind mit Fieberverdacht nur in der Achsel gemessen hast und der Wert normal ist, schließt das Fieber also nicht aus. Bei Säuglingen und bei schlechtem Allgemeinzustand solltest du rektal nachmessen.

Wann ist Fieber gefährlich? Warnzeichen und Ampel

Gefährlich ist nicht eine bestimmte Gradzahl, sondern ein Kind, dem es erkennbar schlecht geht. Die Leitlinie bewertet Fieber deshalb immer zusammen mit Allgemeinzustand, Wohlbefinden, Warnzeichen und der Sorge der Eltern. Bei Kindern ab 3 Monaten hängt die Höhe des Fiebers kaum mit der Schwere der Erkrankung zusammen.

Zur Einschätzung nutzt die Leitlinie eine Ampel, die an das britische NICE-System angelehnt und in Deutschland nicht validiert ist. Sie ersetzt keine ärztliche Beurteilung, hilft aber beim Sortieren:

AmpelDas beobachtest duWas das bedeutet
GrünKaum beeinträchtigt, normale Hautfarbe, lächelt und spielt, feuchte SchleimhäuteÄrztliche Beurteilung nicht zwingend, beobachten
GelbWeniger aktiv als sonst, blass oder marmoriert, schnelle Atmung, trockene Schleimhäute, trinkt oder isst deutlich weniger, wenig Urin, Fieber länger als 3 Tage, Schonhaltung oder starke SchmerzenÄrztliche Beurteilung ist geboten
RotReagiert nicht oder nicht normal auf Ansprache, schwaches, schrilles oder ununterbrochenes Weinen, stöhnende oder sehr schnelle Atmung, eingesunkene Augen, kein Wasserlassen, Ausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt, vorgewölbte Fontanelle, Nackensteifigkeit, KrampfanfallDringend ärztliche Hilfe

Als besorgniserregende Atemfrequenz gelten laut Leitlinie bis zum 1. Geburtstag mehr als 40 Atemzüge pro Minute, zwischen 1 und 5 Jahren mehr als 30 und zwischen 6 und 18 Jahren mehr als 20. Auch eine Hautfarbe, die nach leichtem Druck auf den Fingernagel länger als 3 Sekunden zum Zurückkehren braucht, zählt zu den Warnzeichen.

Wähle die 112, wenn

dein Kind einen Krampfanfall hat, der länger anhält oder sich wiederholt, kaum ansprechbar ist, Atemnot hat, blau oder grau aussieht oder einen Ausschlag hat, der sich nicht wegdrücken lässt. Bei Babys unter 3 Monaten gilt das schon beim ersten Krampfanfall.

Geh direkt zum Arzt, wenn

dein Baby jünger als 3 Monate ist und 38,0 °C oder mehr im Po gemessen hat. Warte nicht ab und geh in die Kinderarztpraxis. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder die nächste Kinderklinik.

Ruf in der Kinderarztpraxis an, wenn

das Fieber länger als 3 Tage dauert, dein Kind deutlich weniger trinkt oder 12 Stunden lang nicht uriniert hat, ungewöhnlich teilnahmslos oder unruhig wirkt, starke Schmerzen hat oder du dir einfach große Sorgen machst. Bei Babys und kleinen Kindern fragst du im Zweifel lieber früher nach.

Fieber bei Babys unter 3 Monaten

Immer direkt zum Arzt

Ist dein Baby jünger als 3 Monate und hat 38,0 °C oder mehr im Po gemessen, geh ohne Abwarten mit ihm in die Kinderarztpraxis. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, bei Warnzeichen oder im Notfall die 112 oder die nächste Kinderklinik.

Bei Säuglingen unter 3 Monaten sollen rektal gemessene 38,0 °C oder mehr immer ärztlich abgeklärt werden. Die Leitlinie fordert eine sorgfältige Untersuchung auf eine schwere bakterielle Infektion, auch weil Fieber in diesem Alter täuschen kann.

  • Bei 30,4 % der Säuglinge mit einer invasiven bakteriellen Infektion lag die Höchsttemperatur unter 38,5 °C. Fieber kann also fehlen.
  • Bei Säuglingen unter 3 Monaten war Fieber über 40 °C deutlich mit schweren bakteriellen Infektionen verbunden (Odds Ratio 6,3). Bei älteren Kindern spielt die Fieberhöhe für die Prognose kaum eine Rolle.
  • Eine zu niedrige Temperatur unter 36,5 °C stuft die Ampel der Leitlinie bei Säuglingen ebenfalls als Warnzeichen ein.

Gib einem Baby unter 3 Monaten deshalb nicht auf eigene Faust fiebersenkende Mittel, sondern lass es ärztlich ansehen.

Muss man Fieber senken?

Nein, nicht wegen der Zahl. Die Leitlinie sieht keine Indikation, Fieber allein wegen seiner Höhe zu senken. Fiebersenkende Mittel sind für Schmerzen und Beschwerden gedacht, und zwar nur solange das Kind stark beeinträchtigt ist. Eine feste Grenze wie 39 °C gibt es nicht, auch wenn du sie in älteren Ratgebern findest.

So wirken die Möglichkeiten laut den ausgewerteten Studien:

  • Paracetamol und Ibuprofen senken die Temperatur im Mittel um 0,9 bis 1,85 °C innerhalb von 2 bis 4 Stunden.
  • Waschungen senken um etwa 0,55 bis 0,75 °C, Entkleiden bringt nur minimale Effekte.
  • Wadenwickel erlaubt die Leitlinie nur, wenn Hände und Füße warm sind, das Kind sich unwohl fühlt und die Wickel körperwarm sind.

Ibuprofen nennt die Leitlinie erst ab einem Alter von 3 Monaten. Welches Mittel und in welcher Menge, besprichst du mit deiner Kinderarztpraxis, die Dosierung steht hier bewusst nicht.

Das hilft deinem Kind laut Leitlinie im Alltag mehr als die Zahl auf dem Thermometer:

  • Regelmäßig Flüssigkeit anbieten und bei Appetit leichte Kost.
  • Schlaf ermöglichen, schlafende Kinder nicht wecken.
  • Bei Frieren zudecken, bei Wärmegefühl leichter bedecken. Nicht ausziehen und keiner kalten Umgebung aussetzen.

Auch ein Antibiotikum hilft bei Fieber allein nicht: Fieber ist keine Indikation dafür, die meisten Infekte bei Kindern sind virale Infekte.

Fieberkrampf: Wie häufig, wie lange, was tun?

Ein Fieberkrampf ist ein Krampfanfall, der bei Fieber auftritt, und die häufigste Krampfstörung im Kindesalter. Er betrifft etwa 2 bis 5 % der Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren, am häufigsten mit etwa 12 bis 18 Monaten. In Deutschland hatten laut Elternangabe 4,7 % der 0- bis 17-Jährigen schon einmal einen Fieberkrampf.

FrageDas sagen die Daten
Wie lange dauert er?Einfache Fieberkrämpfe dauern höchstens 3 bis 4 Minuten, selten bis zu 15 Minuten.
Was ist ein einfacher Fieberkrampf?Er ist kurz (unter 15 Minuten), betrifft den ganzen Körper und tritt innerhalb von 24 Stunden nur einmal auf.
Kommt er wieder?Bei etwa einem Drittel der betroffenen Kinder gibt es weitere Krämpfe, nach IQWiG bei bis zu 30 von 100 innerhalb des folgenden Jahres.
Verhindern Fiebersenker einen Krampf?Nein. Metaanalysen zeigen keinen Schutz vor einem erneuten Fieberkrampf, und auch die Dauer eines Anfalls ändert sich nicht.

Lass den ersten Fieberkrampf deines Kindes in jedem Fall ärztlich abklären. Den Rettungsdienst unter 112 rufst du bei einem komplizierten Krampf (länger, nur Teile des Körpers betroffen oder wiederholt) und bei Babys unter 3 Monaten.

Wie der Notruf abläuft und was bei anderen Notfällen zählt, liest du in unserer Themenwelt Erste Hilfe bei Kindern. Wie du im Moment eines Anfalls Schritt für Schritt reagierst, zeigt dir der Fieber-Ratgeber.

Fieber nach Impfungen

Fieber nach einer Impfung ist häufig und meist harmlos. Als übliche Impfreaktion nennt das Robert Koch-Institut Fieber unter 39,5 °C (rektal) für 1 bis 3 Tage. Allgemeinreaktionen wie Fieber klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab.

  • Laut Produktinformation des Sechsfach-Impfstoffs Infanrix hexa ist Fieber von 38 °C und mehr eine sehr häufige Nebenwirkung (mehr als 1 von 10 Kindern).
  • Bei der Meningokokken-B-Impfung mit Bexsero trat in den Zulassungsstudien bei 69 bis 79 % der Säuglinge Fieber ab 38 °C auf, wenn der Impfstoff zusammen mit den Routineimpfstoffen gegeben wurde. Bei den Routineimpfstoffen allein waren es 44 bis 59 %.
  • Bei länger anhaltendem Fieber oder wenn es dem Kind schlechter geht, soll ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die Leitlinie rät grundsätzlich davon ab, vor Impfungen vorbeugend Fiebersenker zu geben. Eine Ausnahme ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für die Meningokokken-B-Impfung bei Säuglingen und Kleinkindern: Hier wird Paracetamol vorbeugend empfohlen, um Fieber und Schmerzen zu vermeiden. Die Fieberzahlen stammen aus Zulassungsstudien mit mehreren gleichzeitig gegebenen Impfstoffen und lassen sich nicht auf jede Einzelimpfung übertragen.

Kita und Schule: Wann darf dein Kind nach Fieber wieder hin?

Dein Kind sollte mindestens einen Tag fit und fieberfrei sein, bevor es wieder in Kita oder Schule geht. Das empfiehlt die Leitlinie auf Basis eines Expertenkonsenses, es gibt dafür keine direkten Studien. Fit heißt: Dein Kind isst und trinkt wieder normal, ist aktiv und braucht keine fiebersenkenden Mittel mehr.

Fieberangst: Warum sich Eltern oft mehr sorgen als nötig

Die Sorge vor Fieber ist weit verbreitet. Eine systematische Übersicht fand Hinweise auf diese sogenannte Fieberphobie in 65 von 76 Arbeiten (1985 bis 2018) mit zusammen 26.521 Betreuungspersonen, außerdem auch bei Fachkräften im Gesundheitswesen.

In einer Befragung von 481 Eltern aus 16 Kitas im Saarland hielten knapp 90 % Fieber für nützlich, 69 % blieben bei Fieber ruhig. 72 % gaben ihrem Kind Ibuprofen und 55 % Paracetamol, 32 % wechselten beide Mittel ab. Eine Informationsbroschüre veränderte die Haltung kurzfristig: Danach hielten Eltern Fieber häufiger für nützlich und nannten Fieberkrämpfe seltener als Grund fürs Senken. Die Stichprobe war allerdings nicht repräsentativ.

Ein sicherer Umgang mit Fieber beruhigt also tatsächlich: Wer weiß, welche Zeichen zählen, muss nicht bei jedem Grad Alarm schlagen.

Mythen und Fakten: Was bei Fieber wirklich gilt

MythosFakt
Ab 39 °C muss man Fieber senken.Es gibt keine belegte Temperaturgrenze. Entscheidend sind Wohlbefinden und Beschwerden.
Fiebersenker verhindern Fieberkrämpfe.Metaanalysen zeigen keinen Schutz vor erneuten Fieberkrämpfen.
Je höher das Fieber, desto gefährlicher.Bei Kindern ab 3 Monaten hängt die Höhe kaum mit der Schwere zusammen. Nur bei Säuglingen unter 3 Monaten war Fieber über 40 °C deutlich mit schweren Infektionen verbunden.
Spricht das Fieber auf Paracetamol an, ist es harmlos.Das Ansprechen sagt nichts über Schwere oder Ursache der Erkrankung aus.
Messen in der Achsel oder an der Stirn reicht.Die Achselmessung gilt in keinem Alter als verlässlich, Stirn und Schläfe sind ungenauer als Ohr oder rektal.
Fieber braucht ein Antibiotikum.Fieber allein ist keine Indikation. Die meisten Infekte bei Kindern sind viral.
Zahnen verursacht hohes Fieber.Beim Zahndurchbruch kann die Temperatur leicht steigen, wurde in einer Metaanalyse mit 16 Studien aber nicht als Fieber eingestuft.

Häufige Fragen

Ab wie viel Grad hat mein Kind Fieber?

Nach der deutschen S3-Leitlinie ab 38,5 °C. Bei Säuglingen unter 3 Monaten gelten schon 38,0 °C rektal gemessen als abklärungsbedürftig.

Wie und wo messe ich Fieber richtig?

Bei Säuglingen rektal mit einem Digitalthermometer. Ab 1 Jahr reicht meist ein Infrarot-Ohrthermometer. Die Achselmessung gilt in keiner Altersklasse als verlässlich.

Ab wann sollte ich mit Fieber zum Arzt?

Bei Babys unter 3 Monaten ab 38,0 °C rektal immer direkt, außerdem bei Fieber länger als 3 Tage, bei Warnzeichen wie Teilnahmslosigkeit, Atemnot, Nackensteifigkeit oder Ausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt, und wenn du dir Sorgen machst. Bei einem Krampfanfall wählst du die 112.

Muss man Fieber immer senken?

Nein. Fiebersenkende Mittel sind für Schmerzen und starke Beeinträchtigung gedacht, nicht für eine bestimmte Gradzahl. Ein Kind mit Fieber, das trinkt und spielt, muss nicht behandelt werden.

Helfen Wadenwickel bei Fieber?

Die Studienlage ist sehr dünn. Die Leitlinie erlaubt Wadenwickel nur, wenn Hände und Füße warm sind, das Kind sich unwohl fühlt und die Wickel körperwarm sind.

Wie viel muss mein fieberndes Kind trinken?

Die Leitlinie nennt keine feste Menge, sondern rät, regelmäßig Flüssigkeit anzubieten. Als Warnzeichen für Flüssigkeitsmangel gelten laut IQWiG unter anderem ein trockener Mund, fehlende Tränen und 12 Stunden ohne Wasserlassen.

Wie lange dauert Fieber normalerweise?

Viele Virusinfekte sind nach 2 bis 3 Tagen überstanden. Fieber, das länger als 3 Tage anhält, gilt als Warnzeichen. Beim Dreitagefieber hält das hohe Fieber 3 bis 4 Tage an und endet mit einem Ausschlag.

Wie häufig sind Fieberkrämpfe und kann man sie verhindern?

2 bis 5 % der Kinder zwischen 6 Monaten und 5 Jahren haben mindestens einen. Fiebersenkende Mittel verhindern sie nicht. Lass den ersten Krampf immer ärztlich abklären.

Ist Fieber nach Impfungen normal?

Ja. Als übliche Impfreaktion gilt Fieber unter 39,5 °C rektal für 1 bis 3 Tage. Bei länger anhaltendem Fieber oder wenn es dem Kind schlechter geht, solltest du ärztlichen Rat einholen.

Wann darf mein Kind nach Fieber wieder in die Kita?

Nach mindestens einem Tag, an dem dein Kind fit und fieberfrei ist. Das ist ein Expertenkonsens der Leitlinie.

Braucht mein Kind bei Fieber ein Antibiotikum?

Nein, Fieber allein ist keine Indikation. Die meisten Infekte sind viral, und Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Ob eines nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach der Untersuchung.

Über diese Seite

KidsDoc ist das Angebot von Kindsköpfe Media GmbH für Eltern: Online-Kurse, Ratgeber und die KidsDoc App. Diese Seite hat die KidsDoc Redaktion auf Basis der S3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), von Daten des Robert Koch-Instituts und von Studien zusammengestellt. Stand: Oktober 2026.

Quellen

  1. AWMF, DGKJ: S3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen, Registernummer 027-074, Version 1.0 (2025). AWMF-Register
  2. Niehues T et al.: Ambulantes Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen. Deutsches Ärzteblatt 123(8):226-230 (2026). Zum Artikel
  3. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Fieber bei Kindern (2025). Zur Quelle
  4. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Was ist ein Fieberkrampf? (2025). Zur Quelle
  5. BIÖG, kindergesundheit-info.de: Fieber bei Babys und Kindern (2026). Zur Quelle
  6. Poethko-Müller C et al., Robert Koch-Institut: Fieberkrämpfe, Epilepsie, Migräne, Diabetes und Herzerkrankungen sowie Masern, Windpocken und Keuchhusten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ergebnisse aus KiGGS Welle 2. Bundesgesundheitsblatt 62:1162-1173 (2019). DOI
  7. Robert Koch-Institut: FAQ: Fieberkrampf nach Impfung (2017). Zur Quelle
  8. Robert Koch-Institut: FAQ zur Masernimpfung (2026). Zur Quelle
  9. STIKO, Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 3/2024: Empfehlung zur Meningokokken-B-Impfung bei Säuglingen und Kleinkindern (2024). Zum Bulletin
  10. EMA: Infanrix hexa, Produktinformation (Fachinformation), Abschnitt 4.8 (2026). Zur Quelle
  11. EMA: Bexsero, Produktinformation (Fachinformation), Abschnitt 4.8 (2024). Zur Quelle
  12. Steering Committee on Quality Improvement and Management, AAP: Febrile seizures: clinical practice guideline for the long-term management of the child with simple febrile seizures. Pediatrics 121:1281-1286 (2008). PubMed
  13. Massignan C et al.: Signs and Symptoms of Primary Tooth Eruption: A Meta-analysis. Pediatrics 137:e20153501 (2016). PubMed
  14. Clericetti CM et al.: Systematic review finds that fever phobia is a worldwide issue among caregivers and healthcare providers. Acta Paediatrica 108:1393-1397 (2019). PubMed
  15. Hamideh Kerdar S et al.: Cross-sectional study of parental knowledge, behaviour and anxiety in management of paediatric fever among German parents. BMJ Open 11:e054742 (2021). PubMed
  16. Himbert C et al.: Educating Parents about Fever in Childhood: Evaluation of the Effect of an Information Leaflet. Klinische Pädiatrie 235:284-289 (2023). PubMed
  17. DGKJ, AWMF: Elternleitlinie zum Umgang mit Fieber bei Kindern und Jugendlichen auf Basis der S3-Leitlinie Fiebermanagement, 1. Auflage, AWMF-Register Nr. 027-074 (2024). AWMF-Register
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